Aktuelles 2-2011
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Katastrophenalarm und Notstand in Kolumbien
Kolumbien erlebt seit Monaten die schlimmsten Regenfälle seiner Geschichte. Im vergangenen Jahr sind bereits 300 Menschen gestorben, in diesem Jahr sind weitere 90 Todesfälle zu verzeichnen. Unbeachtet von der Weltöffentlichkeit spitzt sich die Lage weiterhin zu.
Die ersten grossen Überschwemmungen ereigneten sich in Kolumbien bereits im Oktober 2010. Bevor die Wassermassen richtig abfliessen konnten, sorgten weiter Unwetter und Dauerregen für neue Hochwasser. Mittlerweilen sind mehr als drei Millionen Menschen von den Unwettern betroffen. Rund 1.9 Millionen Menschen haben ihre Häuser und Wohnungen verloren. Ganze Dörfer wurden durch Erdrutsche komplett zerstört.
Wie Caritas-Mitarbeiter Friedrich Kircher aus Kolumbien berichtet, hat sich die Lage vor Ort zugespitzt. Er berichtet von einer teilweise flächendeckenden Zerstörung der Straßen und Wege. Eine große Anzahl von Menschen habe noch immer keine humanitäre Hilfe erhalten. „Die Dämme sind marode und natürliche Flutgebiete an vielen Stellen illegal zugebaut.“ Vermehrt wurde als Schwemmland ausgeschriebene Fläche von armen Bevölkerungsschichten zu Wohnzwecken bebaut oder zum landwirtschaftlichen Betrieb genutzt. „Diese Katastrophe hat den ohnehin schon ärmsten Teil unserer Bevölkerung getroffen.“, so Bischof Ruben Salazar Gómez, Präsident der Kolumbianischen Bischofskonferenz (Quelle: www.caritas-international.de, 24.05.11).
Die Regierung macht das Klimaphänomen "La Niña" für die Hochwasser verantwortlich. Meteorologen gehen davon aus, dass die Regenperiode noch bis Juni diesen Jahres anhält.
Die Regierung des Präsidenten Juan Manuel Santos hat dien wirtschaftlichen, soziale und ökologischen Notstand ausgerufen und Kolumbien zum Katastrophengebiet erklärt.
Auch viele Jugendliche und Mitarbeiter des YMCA Kolumbien sind direkt betroffen von der Katastrophe. Bisher sind glücklicherweise keine Menschenopfer innerhalb des YMCA zu beklagen, doch die Infrastruktur ist stark beschädigt und die Strassenverhältnisse machen es den Sozialarbeitern des YMCA unmöglich zu den Treffen der Jugendlichen zu kommen. Ausserdem wurden viele lokale Treffs der Jugendlichen vollständig zerstört oder unzugänglich. Viele Jugendgruppen können sich nicht mehr treffen und die Arbeit des YMCA dadurch merklich erschwert.
Cevi Neumünster-Zumikon zu Gast beim YMCA Brobruysk in Belarus
Der Cevi Neumünster-Zumikon nimmt dieses Jahr an einem Jamboree in Weissrussland teil. Um das Jamboree zu finanzieren, ist der ausführende YMCA Brobruysk noch auf weitere Teilnehmer aus Westeuropa angewiesen. Acht unvergessliche Tage vom 12. bis 19. August warten auf die internationalen Cevi-Gruppen. Teilnahmebeitrag: 100 Euro exkl. Reise, Übernachtung, Verpflegung und Ausflügen vor Ort. Wer Lust hat, kann sich gleich anmelden oder für weitere Infos bei der Schweizer Kontaktperson Alexander Sapeha (sapeha@gmx.ch) nachfragen.
Ein Jahrzehnt im Einsatz gegen Gewalt neigt sich dem Ende zu
Anlässlich des 22. Mai, dem „Weltweiten Sonntag für den Frieden“, ruft der Ökumenische Kirchenrat weltweit dazu auf, den Frieden zu feiern, eine Friedenswache abzuhalten, einen Baum als Akt des Friedens zu pflanzen oder die sozialen Medien für den Frieden zu nutzen. „Jeder Baum wird zum bleibenden Symbol unserer gemeinsamen Bemühungen werden (...)“, erklärt Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, der Generalsekretär des ÖRK. Mit diesem Friedenstag geht ein Jahrzehnt des weltweiten Engagements gegen Gewalt zu Ende ("Dekade gegen Gewalt"). Seit knapp zehn Jahren pflanzt Horyzon Bäume des Friedens zwischen Bethlehem und Hebron im Westjordanland. Unterstützen auch Sie den weltweiten Frieden. Für jeden Baum, welcher am „Weltweiten Sonntag des Friedens“ gepflanzt wird, bedanken wir uns mit einem der beliebten Olivenbaum-Kalender 2012.
Deutlich mehr Asylgesuche – auch aus Nordafrika
Am 13. April 2011 berichtete die „Tagesschau“ über den aktuellen Stand der Asylgesuche zwischen Januar und März 2011. 4371 Personen haben demnach ein Gesuch gestellt. Dies sind 18,1% mehr als im Vorjahresquartal. Die höchste Zunahme wurde bei Gesuchen aus nordafrikanischen Staaten verzeichnet, einen weiteren grossen Zuwachs gab es bei den mazedonischen Staatsbürgern. Das BFM (Bundesamt für Migration) erklärt den Zuwachs der Gesuche aus dem Balkan vor allem mit der sozio-ökonomischen Perspektivlosigkeit, die seit den 90er Jahren in diesen Ländern vorherrscht. Gerade hier setzt die Arbeit von Horyzon an. Um der Perspektivlosigkeit der Jugendlichen entgegen zu wirken, fördert Horyzon in Zusammenarbeit mit dem Europäischen YMCA den Aufbau von nationalen und lokalen Jugendorganisationen. Oberziel ist die Integration von Jugendlichen in die kulturelle und soziale Entwicklung des Balkans mittels relevanter Jugendarbeit. Dazu werden regionale Jugendorganisationen aufgebaut und Leiterinnen und Leiter ausgebildet, die selbst Jugendprogramme organisieren und durchführen können. In Bulgarien sind LeiterInnen etwa in Waisenhäusern tätig und engagieren sich in der Bildungsarbeit mit jungen Roma; in Mazedonien sind JugendleiterInnen für die Freizeitgestaltung für 150 Flüchtlingskinder in einem Sozialzentrum verantwortlich. Die Arbeit in den Jugendorganisationen erlaubt es, Demokratie praktisch, wenn auch auf kleiner Ebene, zu erfahren – ein bedeutender Schritt für eine zukünftige Stabilität der Balkanländer.
Weiterbildung: Jugendorganisationen und die Partnerschaften Nord-Süd
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) bietet eine besondere Fortbildung zum Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft an: Wie können Jugendliche beim Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft mithelfen und einen Beitrag für globale Gerechtigkeit leisten? Die Veranstaltung, bei der auch Jugendorganisationen aus Kamerun und Gabun zu Wort kommen, findet am Samstag, 14. Mai 2011, 10.15-16.45 Uhr in Bern statt. Wer Interesse hat, kann sich bis 9. Mai auf http://www.y4d.ch anmelden. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Simultanübersetzung für deutsch und französisch wird angeboten.
Mit dem Velo von der Schweiz nach China – eine Schweizerin on Tour
Sabine, eine Cevianerin aus Herzogenbuchsee, hat Grosses vor. Anfang April startet sie eine Velotour, welche sie von der Schweiz über Italien, Slowenien, Kroatien, Albanien, Bulgarien, Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan bis nach China führt. Die ersten 2'000 km hat sie schon hinter sich gebracht. Über 10’000 km wird Sabine in ca. 6 Monaten zurück legen. Wo es geht, wird sie Partnerorganisationen von Horyzon besuchen, von ihrem Leben als Cevianerin in der Schweiz erzählen und gleichzeitig Eindrücke von der internationalen Cevi-Arbeit sammeln. Denn Sabines Reise erfüllt einen guten Zweck. Mit jedem gefahrenen Kilometer wird sie Rappen sammeln für das Projekt „Aufbau von Jugendarbeit auf dem Balkan“ – und jeder Rappen zählt! Wer Sabine unterstützen möchte, kann sich bei info@horyzon.ch oder direkt bei ciclone@il-ciclone.ch melden. Sobald sie in Shanghai ankommt, wird der Kilometerzähler gestoppt. Infos zu Sabine, Reiseberichte und die gefahrenen Kilometer gibt es unter http://www.il-ciclone.ch.






