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16.01.2017

OXFAM-Bericht zur Armutsschere

Eine von OXFAM veröffentlichte Studie zeigt, dass die acht reichsten Menschen dieser Welt so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der gesamten Menschheit. Die soziale Ungleichheit in der Welt ist nach diesen Erkenntnissen deutlich grösser als bisher angenommen und nimmt weiter zu.

 

426 Milliarden US-Dollar besitzen die acht reichsten Männer der Welt, 409 Milliarden die ärmere Hälfte der gesamten Menschheit. Diese Zahlen präsentierte die Entwicklungsorganisation OXFAM aus Grossbritannien in einem Bericht am momentan stattfindenden WEF in Davos. Das grösste Problem sei dabei die Möglichkeit für Reiche, ihr Geld dorthin zu transferieren, wo die Steuern am tiefsten sind. Während die Superreichen ihr Geld am Steuerfokus vorbeischleusen können, wird gleichzeitig weltweit bei der Gesundheit und der Bildung gespart. Wie stark die Vermögensschere auseinandergegangen ist, verdeutlichen folgende Zahlen: zwischen 1988 und 2011 hat das Einkommen der ärmsten 10% um 65 US-Dollar pro Kopf zugenommen und beim reichsten Prozent um 11‘500 US-Dollar, also 182 Mal so viel.

 

In einem Interview meint Ueli Mäder, Professor für Soziologie an der Universität Basel, dass diese aufgehende Schere zwischen arm und reich den sozialen Zusammenhalt in Gefahr bringe. Dies wiederum könne mehr Unfrieden und mehr soziale Unruhen bedeuten, wie sie bereits an diversen Orten aufflammen. So war es denn auch diese soziale Ungerechtigkeit, die ein wichtiger Faktor bei den Wahlsiegen von Donald Trump oder Dutertes auf den Philippinen oder bei der Abstimmung zum Brexit gespielt hatte.

 

OXFAM schlägt weltweit einen Mindestansatz für die Steuern auch bei Konzernen vor. Des Weiteren sollen Regierungen dafür sorgen, dass Frauen einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Dabei müssen Hindernisse wie ein schlechterer Bildungszugang oder unbezahlte Betreuungsarbeit von Frauen bekämpft werden. Darüber hinaus meint Mäder, müssten auch die Konsumenten bereit sein, mehr Geld für Rohstoffe und Primärgüter des täglichen Bedarfs, wie Kaffee, zu zahlen.

 

 

Quellen:

 

 

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