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Armenien: Jugendarbeit in Flüchtlingsdörfern

Hintergrund

Infolge des Krieges der Nachbarländer Karabach und Asarbeidjan (1988-1994) wurden 300'000 Menschen zur Flucht nach Armenien getrieben. So entstanden Flüchtlingsdörfer ausserhalb der bisherigen Dörfer und Städte. Die Bewohner dieser Flüchtlingssiedlungen sind in einer noch schwierigeren Lage als die normale Bevölkerung Armeniens. Sie haben kaum Möglichkeiten zur Ausbildung, zur Einkommensbeschaffung, zur Integration in die normale Bevölkerung und Gesellschaft. Besonders hart trifft das die junge Generation. Sie sehen nichts als Entbehrungen und kämpfen zusammen mit ihren Eltern um Existenz und Eingliederung. In Zusammenarbeit mit dem UNHCR (United Nations High Comissioner for Refugees) hat der YMCA in diesen Flüchtlingslagern Projekte lanciert.

 

Porträt Mariam Sholyan

„Unser Dorf ist ziemlich gross, aber wir haben kein Begegnungszentrum“, sagt die 18-jährige Mariam Sholyan. Trotzdem kann sie sich mit Gleichaltrigen treffen, seit der YMCA in der Schule ein vielfältiges Freizeitprogramm anbietet. Seit drei Jahren nimmt  sie an Sportanlässen teil, geht auf Exkursionen und war bei einem grossen Ten Sing-Festival in Yerewan dabei. Dank ihres Engagements für den YMCA konnte Mariam an dessen erstem Sommerlager teilnehmen. Zum ersten Mal in ihrem Leben war sie ohne Eltern an einem fremden Ort. Dies war für die Schülerin ein Schlüsselerlebnis: „Diese zwei Wochen im Zeltlager war die beste Zeit in meinem Leben. Ich fand neue Freundinnen und Freunde und lernte, wie man Kinderanlässe organisiert.“

 

Flüchtlingsprogramm YMCA

Im nationalen Schul- und Freizeitprogramm des armenischen YMCA sollen sich Jugendliche zu gesunden Persönlichkeiten entwickeln und positive Erfahrungen wie Frieden, Sicherheit und Anerkennung sammeln können. Neben dem normalen Schulstoff profitieren sie von zusätzlichen Angeboten, die den Berufseinstieg erleichtern. Zudem lernen die Jugendlichen der Flüchtlingsdörfer, sich in die einheimische Bevölkerung zu integrieren und am sozialen Leben teilzunehmen. Die Sommer- und TenSing-Lager des YMCA sind oft ein erster Schritt die Isolation zu durchbrechen und neue Freundinnen und Freunde zu finden.
Die lokalen YMCA organisieren ein grosses Freizeitangebot mit Sport, Kunst (Theater, Tanz, Handarbeiten), Computer- und Sprachkursen, sowie Leiterschulung. Jedes Jahr finden nationale Sommerlager und Leiter-Kurse statt, an denen auch Jugendliche aus Flüchtlingsdörfern teilnehmen.

 


Projektdaten Laufzeit Projektbeitrag 2011
Horyzon ist die Schweizer Entwicklungsorganisation für Jugendliche und unterstützt Entwicklungsprojekte im Süden und Osten der Welt. 2009-2012 CHF 20'000.-

 

 

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