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Bangladesch: Gesundheits- und Quartierentwicklung

Hintergrund

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt. Über 80 Prozent der Bevölkerung müssen mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Von der Armut besonders betroffen sind Frauen und Kinder. Das Gesundheits- und Quartierentwicklungsprogramm des YWCA Bangladesch erreicht rund 27'000 Menschen. Damit will der YWCA die Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerungsschichten in Slumquartieren verbessern. Er arbeitet in den folgenden drei Bereichen:

 

Gesundheit

Das Gesundheitsprogramm richtet sich vor allem an Frauen und Kleinkinder. 85 Prozent aller Frauen im ländlichen Bangladesch gebären ausserhalb eines Spitals. Um zur Reduktion der Mütter- und Kindersterblichkeit beizutragen, bildet der YWCA Bangladesch  Geburtshelfer aus und bietet einfache medizinische Versorgung, Schwangerschafts-kontrollen sowie ein Ernährungs- und Impfprogramm für Kinder an. Er informiert die Bevölkerung über HIV/Aids, sensibilisiert die Slumbevölkerung für die Wichtigkeit von sauberem Trinkwasser und die Benutzung von sanitären Einrichtungen. Dabei unterstützt der YWCA Bangladesch die Bevölkerung beim Bau von Latrinen und Brunnen.

 

Bildung

Im internationalen Vergleich gehört Bangladesch – trotz Schulpflicht – zu den Schlusslichtern. Die Analphabetenquote ist hoch: 50 Prozent bei den Männern und 59 Prozent bei den Frauen. Im Programmteil Bildung werden Frauen so geschult, dass sie Zeitungen lesen, Briefe schreiben und einfache Rechenaufgaben lösen können. Neben diesen Alphabetisierungskursen bietet der YWCA Ausbildungsmöglichkeiten in Handwerken (z.B. Nähen) an und berät Frauen in rechtlichen und frauenspezifischen Fragen.

 

Einkommensbeschaffung

Mit Hilfe eines Mikrokredits des YWCA können Frauen ein eigenes Geschäft (z.B. ein Nähatelier) aufbauen. An einem zwölfwöchigen Kurs lernen die Frauen die Regeln der selbstständigen Erwerbstätigkeit kennen. Der YWCA berät Frauen in der Wahl der Tätigkeiten und hilft bei der Vermarktung der Produkte mit. Damit verhilft er Frauen und ihren Familien zu wirtschaftlicher Selbständigkeit und Anerkennung.

 

Projektbesuch 2009

Die Programmverantwortliche von Horyzon, Brigitte Bettler, besuchte vom 14. April bis 2. Mai 2009 das Gesundheits- und Quartier­entwicklungsprogramm des YWCA Bangladesch.

In Bangladesch sind 13 lokale YWCAs im Nationalverband zusammengeschlossen. Brigitte verbrachte einige Tage im Nationalbüro zur Planung der weiteren Zusammenarbeit und besuchte dann die lokalen YWCAs Dhaka, Chandpur, Khulna und Birisiri.

Ein Beispiel für die ausgezeichnete Arbeit, welche der YWCA Bangladesh leistet, ist der YWCA Dhaka. Mit seiner erfolgreichen Pay-School und den zugehörigen Betrieben (Bäckerei, usw.) kann er die Betriebskosten selber decken. Mit dem Überschuss unterstützt er andere lokale YWCAs und Sozialprogramme wie das Gesundheits- und Quartierentwicklungsprogramm sowie die Free School für Kinder aus Slums.

In Chandpur finanzierte Horyzon im Jahr 2005 ein Sozialzentrum. Infolge grosser Nachfrage an Räumlichkeiten soll das Gebäude um einen Stock erhöht werden. Horyzon plant, die Baukosten von 84'000.- CHF zu finanzieren.

Das ebenfalls von Horyzon finanzierte Sozialzentrum in Birisiri präsentiert sich sehr schön, inmitten eines Gartens mit Blumen und Bäumen. Das Zentrum erfreut sich grosser Beliebtheit und konnte in den ersten zehn Monaten seit seiner Eröffnung im März 2008 bereits einen Überschuss von rund 11'000.- CHF erarbeiten. Dieses Geld fliesst in das Ge­sundheits- und Quartierentwicklungsprogramm (Health-, Adolescent- und Microcredit-Pro­gram sowie Functional Literacy Classes) in Birisiri.

 


Projektdaten Laufzeit Projektbeitrag 2010
Horyzon ist die Schweizer Entwicklungsorganisation für Jugendliche und unterstützt Entwicklungsprojekte im Süden und Osten der Welt. 2009-2011 CHF 216'000.-

Horyzon, Florastrasse 21, 4600 Olten, Switzerland, T +41 (0)62 296 62 68, info@horyzon.ch