Corona Virus beeinträchtigt die Horyzon Programme - Unser News Ticker

Corona Update vom 26.03.2020

YWCA Haiti:

Inzwischen musste das Zentrum von YWCA Haiti ganz geschlossen werden. Die Regierung hat am letzten Wochenende ein Versammlungsverbot von mehr als 20 Personen und ein nächtliches Ausgangsverbot verhängt. Die Mitarbeitenden von YWCA Haiti haben die Programmteilnehmerinnen am letzten Tag vor der Schliessung noch mit Nahrungsmittelpaketen und Hygieneboxen ausgerüstet. Sie werden telefonisch mit ihnen in Kontakt bleiben und bieten ihnen  psychologische Betreuung per Telefon an. Ausserdem ist geplant, weiterhin Nahrungsmittel und Hygieneboxen für die Mädchen und jungen Frauen zur Verfügung zu stellen. Dabei kann YWCA Haiti auf die Unterstützung von Studenten*innen zählen. 

YWCA Bangladesch

Auch im Gesundheits- und  Quartierentwicklungsprogramm von YWCA Bangladesch wurden die meisten Aktivitäten eingestellt. Die Regierung hat bis vorerst 4. April 2020 eine nationale Ausgangsbeschränkung verhängt. Die Menschen sind unter Militärkontrolle dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. In dieser Zeit führt YWCA Bangladesch ihre Präventionskampagne online weiter und die Mitarbeitenden stehen telefonisch zur Verfügung.  

Corona Update 19.03.2020

Kolumbien - Paza la Paz: 

YMCA Kolumbien führt eine Corona Präventionskampagne über die sozialen Netzwerke durch. Es werden beispielsweise Informationen geteilt, wie man eine Corona-Infektion von einer Grippe und einer Erkältung unterscheidet und die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, wann immer möglich zuhause zu bleiben. Die Projektteams von Paza la Paz führen auf den sozialen Medien ausserdem kreative Aktionen durch, wie beispielsweise die #BleibZuHause Challenge oder das virtuelle YMCA Camp. Gleichzeitig stehen die Teams in Kontakt mit den Jugendlichen des Projektes und passen die Schulungsmaterialien des Projektes so an, dass sie digital vermittelt werden können.

Palästina  - Youth Participate: 

YWCA Palästina hat damit begonnen, einige Aktivitäten und Jugendinitiativen an die Bedürfnisse der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen anzupassen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen, Schulverwaltungen und ehrenamtlichen Jugendgruppen versuchen Mitarbeiter und Jugendliche des Projektes, Familien in Quarantäne zu unterstützen und das Bewusstsein für Präventions- und Schutzmassnahmen zu schärfen. Ausserdem helfen sie armen Familien, welche ihren Arbeitsplatz verloren haben und wegen Mobilitätseinschränkungen zu Hause bleiben müssen.

Haiti: 

YWCA Haiti muss ab sofort die Leadership Academy für die jungen Frauen des Programms schliessen. Das Programm basiert auf Unterstützung von freiwilligen Mentorinnen, welche YWCA Hait im Auftrag der lokalen Partnerorganisation HELP unterstützten. HELP hat jedoch gestern beschlossen, alle Programmaktivitäten einzustellen. Zwar gibt es noch keine offiziell bestätigten Corona Virus Fälle in Haiti, jedoch muss die Glaubwürdigkeit der Regierung für die transparente Kommunikation sowie für die vorhandenen staatlichen Ressourcen im Umgang dieser Pandemie sehr stark in Frage gestellt werden.

Sandrine Kenol Wiener, unsere Programmkoordinatorin vor Ort, meint: "Eines ist sicher, unser öffentliches Gesundheitssystem ist nicht bereit, sich den Komplikationen zu stellen, die mit der Ausbreitung des Virus einhergehen, da uns in unseren Krankenhäusern bereits jetzt an allem fehlt. Deshalb sollten wir vorausschauend planen und die Verantwortung dafür übernehmen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, solange wir es noch können. Wir werden diese Woche mit dem Vorstand diskutieren und entscheiden, ob alle Aktivitäten des Jugendzentrums eingestellt werden müssen."

 

Kolumbien - Corona-Update vom 17.03.2020

Der Staat hat den Notstand ausgerufen und bis zum 20. April werden alle Kindergärten, Schulen, Restaurants, Kinos, etc. geschlossen und die Flughäfen sind für den Tourismus gesperrt worden.
Versammlungen über 50 Personen wurden verboten und die Bevölkerung wurde angewiesen, Zuhause zu bleiben und wann immer möglich von Zuhause aus zu arbeiten.
YMCA Kolumbien hat aus diesem Grund die Massnahme getroffen, dass alle Jugendgruppen und -aktivitäten des Projektes Paza la Paz bis auf Weiteres suspendiert werden.
Das Projektteam vor Ort beobachtet die Situation ständig.
Die Mitarbeiter arbeiten von Zuhause aus und stehen über die sozialen Netze in Kontakt mit den Jugendlichen des Projektes.

Projektübersicht - Corona-Update vom 16.03.2020

Mit der raschen, weltweiten Ausbreitung des Corona Virus zeigen sich seit der Woche vom 9. März 2020 erste Auswirkungen auf die Arbeit von Horyzon. Das Horyzon Team arbeitet wann immer möglich von Zuhause aus, um die Gefahr einer möglichen Verbreitung des Virus zu verringern. Bis jetzt zeigt sich, dass auch im Homeoffice-Modus gut und effizient gearbeitet werden kann.

Die Umsetzung der Horyzon Programme in Bangladesch, Kolumbien, Südsudan und Haiti ist noch nicht eingeschränkt. Jedoch gibt es in Kolumbien und Bangladesch bereits bestätigte Infektionsfälle. Unsere Partnerorganisationen YWCA Bangladesch und YWCA Haiti führen bereits Informations- und Präventionskampagnen für Programmteilnehmende und Mitarbeitende durch.  

In Palästina ist die Situation seit dem 6. März besorgniserregend. Eine Gruppe von Touristen steckte in Bethlehem mehrere Personen an, worauf der palästinensische Präsident Mahmud Abbas am 6. März einen 30-tägigen Notstand ausrief. Bethlehem wurde komplett abgeriegelt und im ganzen Land sind die meisten öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Universitäten, Kirchen und Moscheen bis auf weiteres geschlossen.

Die Joint Advocacy Initiative, welche von Horyzon in Zusammenarbeit mit YMCA Ostjerusalem und YWCA Palästina umgesetzt wird, ist von der temporären Isolation Bethlehems betroffen, da das Projektbüro im betroffenen Gebiet liegt. Das Projektteam arbeitet ausschliesslich von Zuhause aus, es mussten jedoch der Besuch einer ausländischen Gruppe im März und der Journey for Justice Event im April abgesagt werden.

Das Wiedereingliederungsprogramm, welches von YMCA Ostjerusalem durchgeführt wird, ist ebenfalls stark betroffen. Das Berufsausbildungscenter in Jericho und das Gästehaus in Beit Sahour wurden für 30 Tage geschlossen. Die mobilen Traumatherapie Teams arbeiten reduziert und mussten Heimbesuche bei ihren Patienten einschränken. In Bethlehem und Jerusalem mussten die Aktivitäten der Therapie Teams bis auf weiteres vollständig gestoppt werden. Die Büromitarbeitenden des Wiedereingliederungsprogrammes arbeiten von Zuhause aus, wobei Mütter von Kindern unter 12 Jahren von der Arbeit beurlaubt wurden zur Betreuung ihrer Kinder, welche nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen können.

Das Youth Participate Projekt von Horyzon und YWCA Palästina musste aufgrund des Virus die Aktivitäten der Jugendgruppen bis auf weiteres suspendieren. Das Projektteam arbeitet ebenfalls von Zuhause aus, mit derselben Ausnahme von Müttern schulpflichtiger Kinder.

Horyzon steht in engem Kontakt mit allen Partnern vor Ort und erhält regelmässige Updates über die Situation vor Ort und den Stand der Projektaktivitäten. Die Mitarbeitenden vor Ort versuchen ihr Bestes, trotz der schwierigen Lage die Projekte so gut als möglich weiterzuführen. Nader Abu-Amsha, Direktor des Wiedereingliederungsprogrammes, meint dazu: „Wir sind an verschiedene Notfälle gewöhnt, aber das ist etwas Neues, wir lernen täglich neue Dinge und versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Vorsicht und Effektivität zu finden.“

Trotz aller Tragik, welche das Corona Virus mit sich bringt, ist in Israel und Palästina ein nennenswerter positiver Nebeneffekt zu beobachten: Die noch vor wenigen Tagen vorherrschende Rhetorik einer Annexion grosser Gebiete des Westjordanlandes wich der Notwendigkeit einer Kooperation der israelischen und palästinensischen Behörden in der Bekämpfung der Pandemie. Es bleibt zu hoffen, dass die positiven Effekte dieser grenzübergreifenden Zusammenarbeit auch in Zukunft bestehen bleiben.

Corona Info BGD2

YWCA Bangladesch hat eine Informations- und Präventionskampagne zum Corona Virus lanciert. 

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Im Zentrum von YWCA Haiti fand eine Informationsveranstaltung statt, bei der die Programmteilnehmerinnen und ihre Familien über Prävention und Schutzmassnahmen informiert wurden. 

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